Wir leben in einer Zeit, in der man sich an vielen Stellen gut präsentieren
soll. Im Beruf, in der Schule, auf Social Media und mehr: Ein bisschen
Glanz gehört dazu – und oft wird erwartet, dass man die eigenen Stärken
möglichst groß zeigt. Logisch, dass damit auch das Misstrauen gegenüber
anderen wächst: Stimmt das alles? Ist das echt? Zwischen diesen beiden
Polen – dem Druck zu glänzen und dem Zweifel an der Echtheit – geraten
viele Menschen in einen inneren Spannungszustand.
Man zeigt lieber die Sonnenseiten. Die Schatten lässt man weg. Wer
möchte schon zugeben, manchmal unsicher zu sein, Fehler zu machen,
nicht alles im Griff zu haben? Doch genau das macht uns menschlich. Und
es entlastet ungemein, wenn man nicht ständig besser wirken muss, als
man ist.
Echtheit schafft Vertrauen. Sie öffnet Türen. Sie macht Beziehungen trag-
fähig. Und sie nimmt Druck heraus – auch im Blick auf uns selbst. Wer ehr-
lich zeigt, wo er steht, muss weniger schauspielern. Und wer zu seinen
Schwächen steht, kann leichter wachsen.
Kenner der Bibel wissen: Gott hat kein Interesse an perfekten „Darstel-
lern“. Er wünscht sich Menschen, die ehrlich sind – zu sich selbst und mit-
einander. Er sucht nach Menschen, die Veränderung zuerst bei sich selbst
zulassen, statt sie nur von anderen zu erwarten.
Vielleicht ist das ein guter Gedanke für die kommenden Wochen: Ich
muss mich nicht größer machen, als ich bin. Ich muss meine Fehler nicht
vertuschen. Echtheit reicht. Vor Gott und vor Menschen. Und sie tut gut –
mir und den Menschen um mich herum.
Gut zu wissen, dass ich für mein Echt-Sein auf Gottes Hilfe bauen kann.